Benefizdoppeltkonzert für Franks Bodega
Einlass 18:30
Konzert 19:30 – 20:45
Eintritt: Spenden ab 15.-€

Nach fast zwei Jahrzehnten im Norden ist Klaus Peter Schwarz dahin zurückgekehrt, wo Anfang der Achtziger seine Laufbahn als Musiker begonnen hat: in die Vorderpfalz.
Irgendwann, mitten im fast zweistündigen Gespräch im Café Palpito direkt um die Ecke von Klaus-Peter Schwarz’ Wohnung in Ludwigshafen-Süd fällt plötzlich auf, dass irgendetwas anders ist. Der Mann redet kein bisschen Mundart, nicht eine Spur von pfälzischem Dialekt, da ist nicht ein einziger verschluckter Vokal. Er redet ein reines Hochdeutsch, wie man es in unserer Region nur selten zu hören bekommt. „Ich bin kein Pfälzer“, sagt er und lacht. „Ich bin in Hildesheim geboren und erst mit zwölf nach Lambsheim gekommen.“
Aber auch wenn man es im ersten Moment nicht hört: Die Verbundenheit mit der Rhein-Neckar-Region ist groß, sehr groß. So groß, dass Klaus Peter Schwarz nach 18 Jahren in Hamburg 2021 zurückkam und seitdem in Ludwigshafen lebt. Das Kind, für das er einst in den Norden gezogen war, ist mittlerweile erwachsen und studiert – in Heidelberg.
Wie Klaus Peter zu Blacky wurde
Klaus Peter Schwarz? In der regionalen Musikszene ist der 60-Jährige eher als Blacky P. Schwarz bekannt oder einfach als Blacky. So heißt er, seit er Anfang der 1980er-Jahre mit gerade mal 16 Jahren Keyboarder der seinerzeit überregional bekannten Funk- und Soul-Band Junior Spencer Group seine ersten Auftritte hatte. „Klaus Peter sagen nur wenige Freunde und meine Schwester“, sagt er und lacht. Ihren Proberaum hatte die Junior Spencer Group in der Alten Feuerwache in Mannheim – wie viele andere Bands. „Ich habe dort viele Konzerte gesehen“, erinnert er sich. „Nach unseren eigenen Proben durften wir oft durch die Nebentür noch rein.“
Auch an einem weiteren wichtigen Ort für die Musikszene im Rhein-Neckar-Raum war Schwarz zu Hause: im Musikhaus Musicant in Frankenthal. In dem legendären Laden, der Ende 2023 nach 47 Jahren geschlossen hat, verbrachte er als Jugendlicher ganze Nachmittage, genau wie Stephan Ullmann, der 2020 verstorbene großartigen Gitarrist, der nach dem Abitur seinen ersten Job als Gitarrenverkäufer im Musicant hatte. „Wir lernten uns 1987 kennen, und 1988 gründeten wir US & Band.“ Schwarz erinnert sich an acht Jahre mit eigenen Songs, mit Auftritten etwa im Miljöö und in der Feuerwache – und daran, dass der erhoffte große Durchbruch mit Anfang, Mitte zwanzig dann doch nicht kam.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Blacky P. Schwarz nicht nur in der Spencer Junior Group gespielt, sondern in vielen verschiedenen Bands, erst in Schüler-, dann in Coverbands. Das Klavierspielen hatte er schon als Kind für sich entdeckt – bei seiner Mutter, die täglich zu Hause spielte. Melodien nachzuspielen, die er hörte: Das war sein Ding. Klassischer Klavierunterricht hat ihm keinen Spaß gemacht, Noten lesen kann er bis heute nicht. „Und das möchte ich auch meinen Schülern vermitteln“, sagt er, „ich bringe ihnen bei, frei zu spielen.“
Wofür Klaus Peter Schwarz nach eigenem Bekunden auch nicht geschaffen war, war „das normale Arbeiterleben, das grobschlächtige Arbeiten in einer stinkenden Fabrik“. Versucht hat er es und nach dem Realschulabschluss in der Frankenthaler Schillerschule eine Lehre als Maschinenschlosser in der BASF absolviert – und die Prüfung mit „sehr gut“ bestanden. „Aber das war nix für mich“, sagt er und schmunzelt bei der Frage, ob ihm die Maschinenschlosserlehre heute noch im Alltag nützlich sei: „Ich bin ein ganz geschickter Heimwerker.“
Paddy goes to Holyhead, Brosis, No Angels, Götz von Sydow, die Hooters, Michael „Kosho“ Koschorreck, die Jazz Pistols – die Liste der Bands und Musiker, mit denen Schwarz in den neunziger und frühen nuller Jahren live spielte, tourte oder im Studio arbeitete, ist lang. Und dann kam eine lange Pause. 2004 ging Schwarz nach Hamburg, kümmerte sich erst einmal um seine Tochter und arbeitete im Patientenmanagement einer Klinik in Schleswig-Holstein. Musik machte er nebenbei – und begann nach vielen Jahren als Tastenmann auch zu singen.



